Mittwoch, 28. Mai 2014

 
Ein Phyrrussieg der italienischen traditionellen Linke Partei (PD) ?  


In dieser Europawahl 2014 hatte die vom Komiker Grillo gegründete „5 Sternen Bewegung“ (M5S)  die denkbar schlechtesten Karten: alle Medien verbreiteten Lügen und Beschüldigungen über diese Bewegung, selber hatte sie sei der letzten Wahlen keine greifbaren Ergebnisse vorzuweisen, und versprechen konnte auch nichts Konkretes, weder 80 € noch 80 Cents.
Wie beim Pocker, die einzige Strategie von denen die schlechten Karten haben, bleibt der Bluff. In Politik funktioniert aber diese Strategie selten. Aber es gab keine Alternative. Egal wie, wäre das Ergebnis nicht anders gewesen, mit oder ohne die Schreie und vollmundigen Siegerklärungen von Grillo. 
Soziologisch das Interessanteste in diesem Fall ist die Diskrepanz zwischen den Meinungserhebungen über die Wahlabsichten und die tatsächliche Ergebnisse. Die Italiener sind wieder einmal Meister dieses Täuschungsspieles gewesen. 
Nun aber zur Realität: die Europawahl ändert so gut wie nichts in Italien (in Europa eher, damit meine ich England und Frankreich). Die Östlichen Staaten mit der verschwindenden Minderheit der Wähler ( zwischen 13 und 30 % ) haben gezeigt, dass vom europäischen Parlament überhapt nichts erwarten.
Eine kleine Hilfe für die Pro-Europäische Parteien angesichts der Erstärkung der Antieuro und Antieuropa rechte Gruppierungen hat der Sieg der italinischen PD  bewirkt. Und eine interessante Neubewertungen: wer hätte je gedacht, dass die CDU auf ein "Linker Sieg" in Italien eines Tages sich freuen würde ?!!.
Eine zunächst vorübergehende Erholung bei den Aktienkursen nach der Unsicherheit in der Ukraine hat es auch gegeben (vielleicht eher der Wahl der dortigen Präsidenten zuzuschreiben), aber das ist auch schon alles.  Die unbewältigten Problem stehen alle noch da, ohne dass ein Rezept oder eine Neuorientierung zu erkennen wäre.   
Alles läßt leider nur erwarten, dass die überforderten Politiker wieder nur eins wissen: „more of the same“, also „Augen zu und weiter so“. 
Die Probleme des Euro, die ökonomischen Stagnation, die Deflation (Draghi kann in diesem Bereich kaum noch etwas tun, Negativzinsen sind schon jetzt eine Realität) und die galoppierende Arbeitslosigkeit sind sicher weder in Europa noch in Italien mit Wahlgeschenke oder "Reformen" zu bewältigen. Noch weniger mit der Fortführung der bisherigen ökonomische Politik, denn die „Austerität“ wirkt eher wie eine giftige Medizin auf ein Koma-Patient.
Die Entscheidung für einen neuen Kurs liegt zwar in Deutschland, die aber unmöglich die richtige Wahl treffen kann, denn  durch die ökonomisch sinnlose Sparpolitik und die katastrophale Verträge der EU (Fiscal compact etc.) ist jede Erholung durch Normalisierung der Inflation nicht mehr denkbar, und der Euro kann ebenfalls nicht entwertet werden,  denn Negativzinsen sind schon da, und außerdem alle Konkurrenten (Japan, USA) sind immer schon ein Schritt voraus in dieser Richtung. 
So gesehen ist die Übergabe der Verantwortung an die PD in Italien, wenn auch ungewollt, eine gute Nachricht für diejenigen, die eine echte und dauerhafte Wende in Italien (und Europa) sich wünschen.
Es ist besser, wenn die Rolle des Konkursverwalters von der PD übernommen wird, und bei der nächsten, politischen internen Wahlen, die Italiener um eine Illusion weniger aber um eine Erfahrung mehr verfügen, und dann vielleicht für Veränderung sich entscheiden.
Und bis dahin ist offenbar die notwendige Reinigung in der M5S erfolgt, und - wer weiss - eine neue Linke entstanden, die das Beste aus beiden Gruppen (M5S und PD) vereinigt und den alten (oder neuen) Ballast abwirft.  
Klar ist nur, dass bis dahin die Italiener noch Schlimmeres zu ertragen haben.
    

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